Schwere Vorwürfe gegen die britische Notenbank

Wie jetzt bekannt wurde habe ein Topmanager namens Jerry del Missier seine Mitarbeiter dazu angestiftet den Libor zu fälschen.

Diese Anweisung wäre von ganz oben gekommen und belastet in diesem Atemzug Bob Diamond (den ehemaligen Chef von Barclays). Darüber hinaus sei auch die britische Notenbank selbst an diesem Skandal beteiligt gewesen.

Der Libor wird täglich in London bestimmt und setzt fest, zu welchen Bedingungen die Banken sich untereinander Geldmittel ausleihen. Seine Höhe gilt als Richtwert bei der Vergabe von Krediten an Unternehmen und Privatleute.

Jerry del Missier hat bei seiner ersten Anhörung bereits zugegeben, den Interbanken Zinssatz gefälscht zu haben. Er beauftragte seine Mitarbeiter einen niedrigeren Zinssatz anzugeben als dem, der der Realität entsprach. Bob Diamond habe ihm dies damals so befohlen.

Nach dem bekannt werden von diesem Skandal waren beide bereits im Juli zurückgetreten. Diamond hat aber die Schuld von sich gewiesen und bestritten solche Anweisungen jemals gegeben zu haben. Del Missier geht bei seinen Vorwürfen allerdings noch einen Schritt weiter und belastet jetzt auch die britische Notenbank schwer. Die britische Notenbank (Bank of England) ist das Pendant der EZB in Frankfurt und der Federal Reserve Bank in NY. Die Notenbank sei damals über die hohen Zinssätze wenig begeistert gewesen und habe Anweisungen gegeben niedrigere Sätze zu veröffentlichen.

Bezüglich dieses Sachverhalts laufen nun weltweit die Ermittlungen gegen eine große Anzahl an großen Banken. Betroffen sind unter anderem JPMorgan Chase, Citigroup, Bank of America und eine Reihe weiterer Banken. Der Vorwurf lautet Manipulation der Marktzinsen durch unkorrekte Informationen. Die Absicht dahinter sei es Handelsgewinne zu verzeichnen und Refinanzierungskosten zu vertuschen. Barclays hat bereits gestanden und sich mit den Behörden auf eine Strafe von 500 Millionen Dollar geeinigt.

Aber manche Banken sind weniger Kooperationsbereit, wie die Royal Bank of Scotland in Kanada. Hier wurde die Herausgabe von entsprechenden Dokumenten untersagt wie durch die New York Times bekannt wurde.

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